Millenniumsziel

Das Motto wurde von Michael Elsner formuliert, der hier in Lüneburg bei der "Neuen Arbeit" und dem Herbergsverein arbeitet:

 

"Armut beseitigen und Reichtum verteilen 
Gerechte Teilhabe aller!"

 

Das Heinrich-Böll-Haus Lüneburg macht seit Oktober 2007 mit vielen Partnerinnen und Partnern, in diesem Fall insbesondere Michael Elsner, auf die dringend erforderliche Umsetzung der acht Millenniumsziele aufmerksam.

 

  • Die Millenniumsziele, das sind acht Ziele, mit denen sich die Weltgemeinschaft also die in den Vereinten Nationen zusammen gefassten Staaten verpflichtet haben bis zum Jahr 2015 das Leben der Menschen auf der Welt eindeutig zu verbessern.
  • Ziel 1 steht hierbei quasi einleitend an erster Stelle und ruft auf zur

 

= Verminderung von extremer Armut und Hunger (genauer: der Halbierung des Anteils der Menschen, die unter extremer Armut und Hunger leiden, bis zum Jahr 2015)

 

  • Derzeit leben etwa 6,6 Mrd. Menschen auf der Erde.
  • Von diesen leben 1,2 Mrd. Menschen in extremer Armut.  Das ist ein Sechstel der Weltbevölkerung oder auch jeder 6. Mensch - ein Skandal!
  • 842 Mio. Menschen sind chronisch unterernährt.
  • 95% davon leben in den Ländern des Südens, in Afrika, Asien oder Südamerika.

 

Als extrem arm gilt, wer weniger als 1 US-Dollar pro Tag zum Leben zur Verfügung hat. Das ist zum Leben nicht genug.


Doch neben dieser extremen materiellen Armut leiden viele Menschen weltweit - auch in Deutschland - unter anderen Formen von Armut, die es erschweren, sich selbst aus der Armut zu befreien:

 

  • Sie haben keinen oder nur einen schlechten Zugang zu Bildung oder Gesundheitsversorgung.
  • Sie können ihre Interessen nicht artikulieren und ihre Rechte nicht einfordern. Oftmals ist ihre Teilhabe am öffentlichen Leben unerwünscht.

 

Aber: wie in Deutschland gibt es auch in Afrika, Asien und Lateinamerika extremen Reichtum, der immer weiter zunimmt. Überall auf der Welt muss es deshalb auch eine gerechtere Verteilung von Reichtum geben.

 

Das Ziel Armut und Hunger zu verringern bzw. abzuschaffen, ist keine Illusion, seine Umsetzung machbar: Berechnungen der UN ergaben, das es maximal 2 % des Welt-Bruttosozialproduktes brauchte, um die gesamten Millenniumsziele umzusetzen!!

 

In den letzten Jahren zeichnen sich durchaus positive Entwicklungen ab:

 

  • Schon jetzt nimmt der Anteil der Bevölkerung mit weniger als einem US-Dollar pro Tag in den Entwicklungsländern weltweit ab.
  • Der Anteil der untergewichtigen Kinder unter fünf Jahren ging dort zurück.
  • Besonders Ostasien schaffte eine enorme Verbesserung: von 19 (1990) auf sieben Prozent (2004).
  • In Südasien hingegen liegt die Quote noch immer bei schockierenden 46 Prozent. Auch Sub-Sahara-Afrika (29 Prozent) und Südost-Asien (28 Prozent) liegen noch über dem globalen Durchschnitt.

 

Für Verbesserungen braucht es nicht unbedingt Entwicklungshilfe. Arme Menschen müssen vor allem darin unterstützt werden, sich selbst aus der Armut befreien zu können. Dringend erforderlich ist eine bessere Bildung und Ausbildung und der Zugang zu Kapital, um sich selbst eine Zukunft aufbauen zu können.

 

Dies ist kurz gefasst das Ziel von Oikocredit, der Genossenschaft, die weltweit Darlehen an Menschen vergibt. Oikocredit ist der festen Überzeugung, dass arme Menschen in der Lage sind, sich ein besseres Leben aufzubauen, wenn sie die Chance dazu erhalten, wenn man ihnen Kredit gibt. (http://www.oikocredit.org/site/de)

 

Herzlichen Dank an alle Unterstützer/innen unserer Kampagne in Lüneburg sowie unsere finanziellen Förderer: die niedersächsische Umweltlotterie BINGO!, den Evangelischen Entwicklungsdienst und die Stiftung Umverteilen!

Weitere Informationen

Marion Rolle
Heinrich-Böll-Haus-Lüneburg
Katzenstr.2
21335 Lüneburg

Tel. 04131-402908
Fax: 04131-47512
MarionRolle@boell-haus-lueneburg.de